Dunstabzugshaube

Der moderne Rauchfang
Wer ein Freilichtmuseum besucht, betritt meist mit Staunen die urigen Wohnküchen der Fachwerkhäuser. Dort wölbt sich ein riesiger dunkler Rauchfang über einer offenen Feuerstelle. Schwarz wie die Nacht ist es in diesem hohen „Gewölbe“, das sich zu einem kleinen Loch ganz oben im Dach hin verjüngt. Verschiedentlich sind noch Haltestangen für Rauchwaren zu erkennen. Das ist eigentlich der Vorläufer unserer heutigen Dunstabzugshaube. Allerdings besitzen beide Einrichtungen nicht mehr viel gemeinsam. Noch heute sind beide technische Hilfsmittel im wichtigsten Bereich des häuslichen Umfeldes, nämlich der Küche, die unangenehme Gase abführen sollten und sollen. Damals waren es schlicht die Rauchgase, die sogar lebensgefährlich werden konnten. Heute ist es eher ein Gemisch aus Luft, Wasserdampf, Geruchsstoffen und Fett. Verbleibt dieses Gemisch in der Küche, wird man sehr schnell einen wirklich nicht ansehnlichen Fettfilm auf Schränken und Wandflächen vorfinden, der alles andere als einfach zu entfernen ist!

Dass es unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten (Umluft/Abluft) bei Dunstabzugshauben gibt, hat sich inzwischen herum gesprochen. Der einfachste Typ ist dem ehemaligen Rauchfang nachgebildet. Er befindet sich direkt oberhalb der modernen Feuerstelle, also z.B. einem Elektroherd, beleuchtet die gesamte unter ihm liegende Szene effektvoll mit einem gezielten Arbeitslicht und schaufelt mit einem elektrischen Lüfterrad die aus Töpfen oder Backofen entweichenden Dünste (Wrasen) durch einen Fettfilter in eine vielleicht 150 mm messende Rohrleitung, die auf möglichst kurzem Wege das Freie erreichen sollte (Abluft). Im Gegensatz zu früher ist das Ganze in Stufen oder sogar stufenlos über ein mehr oder minder futuristisches Bedienfeld zu steuern. Dank des elektrischen Stromes braucht man also nicht mehr auf den witterungsbedingten „Zug“ zu warten, der bei Ausbleiben die versammelte Gemeinschaft einst an den Rand einer Rauchvergiftung brachte, sondern drückt nur noch Knöpfe oder Tasten und erhält sofort freie Sicht auf das Arbeitsfeld. Die Dunstabzugshaube kann je nach Ausführung an der Wand montiert werden, aber es gibt auch Modelle, die einen frei aufgestellten Herd (Kochinsel) gleich einer Esse „behüten“. Das sind die Bauformen, wie sie überwiegend im Haushalt verwendet werden.

Manchmal kann oder darf man kein Loch in Wand oder Decke benutzen, weshalb es die Abzugshauben gibt, die die Gase mit Fett- und Aktivkohlefilter bearbeiten und anschließend befreit wieder in die Küche entlassen (Umluft). Werden die Filter regelmäßig gewechselt, ist das eine sparsame Angelegenheit, weil die kostbare Wärme nicht einfach ins Freie gepustet wird und dort keinen Eisberg abschmelzen kann. Hier wird der Rauch also tatsächlich „gefangen“ und schließlich im Mülleimer entsorgt.

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